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DER HISTORISCHE GARTEN

Einen Schwerpunkt des Interesses der Fürsten bildete ab dem 17. Jahrhundert das Thema Garten; es wurde sowohl in wirtschaftlichen als auch in künstlerischen Belangen zu einem bedeutenden Faktor. Beleg für das Interesse der Familie an Pflanze und Gartenbau ist der berühmte vierzehnbändige Codex Liechtenstein Liber regnis vegetabilis, der im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts entstand.

Linkes Bild:
Salomon Kleiner (1703–1761)
Grundriss der Gesamtanlage des Palais mit dem barocken Garten, um 1730

Rechtes Bild:
Salomon Kleiner (1703–1761)
Ansicht des Pomeranzengartens des Palais, um 1730

Barocke Gartenkunst

Der ursprünglich barocke Garten war neben dem Belvedere-Garten der bedeutendste Repräsentant barocker Gartenkunst in Wien. Mit den Skulpturen Giovanni Giulianis und seinen vielfältigen formalen Bepflanzungen bildete er einen eigenen Kosmos. 

Entwurf für den Landschaftsgarten des Palais, spätes 18. Jahrhundert

Der Landschaftsgarten

Im 18. Jahrhundert wurde er in einen weitläufigen englischen Landschaftsgarten mit grosszügigen Wasserflächen umgestaltet. Die Baumriesen, die heute noch zwischen den beiden Palais stehen, legen dafür ein beeindruckendes Zeugnis ab.

Linkes Bild:
Historische Fotografie des Gartens mit Blick auf das Neue Palais von Heinrich von Ferstel (1828–1883)

Rechtes Bild:
Blick in den winterlichen Garten zum Neuen Palais

Cordula Loidl-Reisch
Plan für die Neugestaltung des historischen Gartens, 2003

Die Neugestaltung

Eckpfeiler der Neugestaltung des Gartens, die durch die renommierte Gartenarchitektin Cordula Loidl-Reisch erfolgt, bilden einerseits die Erinnerung an den barocken Garten, andererseits die Idee des Landschaftsgartens des 19. Jahrhunderts.

Unmittelbar an das Palais anschliessend wird das barocke Gartenparterre liegen, das in den englischen Garten übergeht. Im Mittelpunkt des historischen wie des neuen Gartens steht eine Brunnennymphe Franz Anton Zauners, die dort alle Stürme der Zeit unbeschadet überlebt hat.


Freiraum und Erholung

Der historische Garten soll den Besuchern einen erholsamen Freiraum bieten und das ursprüngliche Spannungsfeld zwischen Natur und Kunst wieder erlebbar machen.

Die in dieser Stadtoase gelegenen Restaurants mit ihren Gastgärten werden dabei eine weitere Attraktion bilden und an die ursprünglich barocke Lebensfreude erinnern, die ihren Kulminationspunkt in großen Gartenfesten fand.

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