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GEMÄLDEGALERIE DER AKADEMIE DER BILDENDEN KÜNSTE, WIEN

Fortsetzung

Graf Lamberg, der eine erfolgreiche diplomatische Karriere in Italien hinter sich hatte, kann als einer der letzten grossen aristokratischen Sammler Wiens gelten. Die Entscheidung, seine hervorragende Gemäldesammlung der Akademie zu vermachen, beruhte wohl auf seiner langjährigen Beziehung zur Akademie, die in seinen letzten Lebensjahren von der Funktion als Präses des akademischen Rates gekrönt wurde. Lambergs Stiftung unterlag der Bedingung, die Sammlung für jedermann zugänglich zu machen. Damit entstand auch das erste Kunstmuseum Österreichs, das nach einem grosszügigen Konzept Theophil Hansens 1877 im ersten Stock des historistischen Akademiegebäudes am Schillerplatz untergebracht wurde.

Die Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien ist ihrem Wesen nach im Grunde noch heute die „Gräflich Lambergsche Gemäldegalerie an der Akademie der schönen bildenden Künste“, wie sie in den Akten des 19. Jahrhunderts noch tituliert wurde, und damit eine der kostbarsten Sammlungen europäischer Malerei in Österreich. Gleichzeitig ist sie aus dem Profil der Akademie nicht wegzudenken. Sie befindet sich auch heute noch im räumlichen Verband mit der Kunstuniversität selbst, also inmitten der Künstlerateliers, Malklassen und Unterrichtsräume – so findet sich in der Wiener Akademie in einzigartiger Kombination mit der Gemäldegalerie und der Kunstschule unserer Tage das Alte und das Neue unter einem Dach vereint.

In ihren Beständen bietet die Sammlung der Akademie abseits vom breiten Touristenstrom einen hochkarätigen Querschnitt durch die abendländische Malereigeschichte: Ausgehend vom „Weltgerichtstriptychon“ des Hieronymus Bosch und Tafelbildern der altniederländischen und altdeutschen Schulen von Dirc Bouts bis Lucas Cranach d. Ä. über Werke italienischer Meister wie Botticelli, Tizian, Tiepolo und Guardi hat sie ihre speziellen Schwerpunkte in der facettenreichen bürgerlichen Malerei des holländischen 17. Jahrhunderts mit Gemälden von Rembrandt, J. van Ruisdael oder Asselijn. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Sammlung von Hauptwerken von P. P. Rubens – allen voran zahlreiche faszinierende Ölskizzen. Aus der Tradition der Wiener Schule ist besonders die Malerei des Klassizismus an der Akademie um 1800 mit Werken von Füger, Abel oder Petter hervorragend vertreten.

Schillerplatz 3, 1010 Wien

Öffnungszeiten: Di–So, Feiertag 10.00–16.00 Uhr


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