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ANONYMER AUTOR Das Jetzt-lebende Königreich Böhmen in einer Historisch- und Geographischen Beschreibung vorgestellet ... Frankfurt und Leipzig, Johann Zieger, 1712 Aufgeschlagen: Der Lustgarten des Schlosses zu Schlackenwerth Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein, Vaduz–Wien, Bibliothek, Inv.-Nr.: 85-1-20 |
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Der am Erzgebirgsfluss in der Nähe der Einmündung in die Eger an der Wistritz gelegene Ort Schlackenwerth (Ostrov nad Ohrí) im nordwestböhmischen Kreis Karlsbad (Karlovy Vary) wurde um 1200 von Graf Slavko von Bilin (gest. 1226) gegründet. Seit 1434 befand sich die Stadt im Besitz der Grafen Schlick. 1585 trennte sich die durch den Sankt Joachimsthaler Silberbergbau reich gewordene Stadt von den Schlick, kaufte die Herrschaft und wurde – auf dem Höhepunkt ihres Ansehens – zu einer königlichen Kammerstadt. Da sich Schlackenwerth im Jahr 1618 dem Ständeaufstand angeschlossen hatte, wurde es 1623 konfisziert. Die Herrschaft kaufte der kaiserliche Feldherr Herzog Julius Heinrich von Sachsen-Lauenburg (1586–1665), der sogleich daran ging, die Gegenreformation durchzusetzen, die bei den protestantischen Bürgern allerdings bis nach 1650 auf heftigen Widerstand stiess. Die prachtliebenden Lauenburger Fürsten errichteten neben dem alten Schlick´schen Schloss ein neues mit einem prächtigen Lustgarten nach Versailler Vorbild. Auf dem Erbweg ging die Herrschaft 1690 an Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden (1655–1707), genannt „der Türkenlouis“, über. Der Markgraf liess nach einem Brand des alten Schlosses von 1691 bis 1697 das neue „Weisse Schloss“ errichten, eine dreiflügelige Anlage nach Wiener und Prager Vorbildern, und vergrösserte den Lustgarten, „dergleichen in Böhmen nicht zu finden“, wie der anonyme Autor des vorliegenden landeskundlichen Werkes schreibt. Der bedeutende Komponist Johann Caspar Fischer (um 1670–1746) verbrachte seine Jugend in Schlackenwerth. Seit 1715 war er Kapellmeister am markgräflichen Hof in Rastatt. |
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IGNAZ EDLER VON BORN (Karlsburg/Alba Iulia 1742–1791 Wien, Autor) JACOB ADAM (Wien 1748–1811 Wien, Stecher) CARL SCHÜTZ (Laibach/Ljubljana 1745–1800 Wien, Stecher) Testacea musei Caesarei Vindobonensis quae jussu Mariae Theresiae Augustae disposuit et descripsit Ignatius a Born Wien, Kraus, 1780 Aufgeschlagen: Tafel 3, „Cardium“ Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein, Vaduz–Wien, Grafiksammlung, Inv.-Nr. GR3535; erworben 2009 durch S.D. Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein |
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Ignaz von Born (Karlsburg 1742–1791 Wien) studierte in Prag Rechtswissenschaft und Geologie. Auf Wunsch Kaiserin Maria Theresias (1717–1780) übersiedelte er 1776 nach Wien, um die Erschliessung von Bodenschätzen zu fördern sowie als Kustos die Sammlungen des kaiserlichen Naturalienkabinetts neu zu ordnen und zu erweitern. 1778 erstellte er den hier präsentierten, mit 18 kolorierten Stichen und 36 losen Aquarellblättern illustrierten Katalog der Muschel- und Schneckensammlung des verstorbenen Kaisers Franz Stephan von Lothringen (1708–1765) Testacea musei Caesarei Vindobonensis ... 1781 wurde Ignaz von Born zunächst Mitglied und ein Jahr später Meister vom Stuhl der Wiener Loge Zur wahren Eintracht, die durch ihn zum Zentrum der Wiener lluminaten wurde. Infolge des Edikts zur Auflösung des Illuminatenordens von Kaiser Joseph II. (1741–1790) vom 11. Dezember 1785 wurde Borns Loge Teil der Sammelloge Zur Wahrheit. Weil die Loge verstärkt von Spionen durchsetzt und durch die staatliche Repression zunehmend in die Illegalität gedrängt wurde, legte Born am 12. September 1786 seine Ämter nieder. Die Loge löste sich bereits 1787 auf. Bis zu seinem Lebensende bekannte sich Born zu einer fortschrittsorientierten Freimaurerei. Nach einer Legende soll Ignaz von Born das Vorbild für den Weisen Sarastro in der 1791 in Wien uraufgeführten Mozart-Oper Die Zauberflöte gewesen sein. |
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