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PETER PAUL RUBENS
SATYR UND MÄDCHEN MIT FRÜCHTEKORB
"Satyr und Mädchen mit Früchtekorb", ein Gemälde der Sammlung Schönborn-Buchheim, ist Rubens' Antwort auf die Frage, wie man sich barocke Lebenslust vorzustellen hat. Durch ihre Zwitternatur, die sie den Menschen wie den Tieren zugehörig macht, symbolisieren die Satyrn den animalischen, unreflektierten Zugang zum Leben, in dem der rauschhafte Genuss des Augenblicks im Vordergrund steht. Sie gehören dem Gefolge des Dionysos an, des Gottes des Weines, und spielen eigentlich nur eine Nebenrolle in den antiken Mythen.
Rubens' bocksfüssiger, gehörnter Satyr präsentiert dem Betrachter einen überquellenden Korb mit Früchten und fixiert sein Gegenüber mit leicht diabolischem Grinsen. Diese Art der Darstellung steht in der Tradition von Caravaggios "Knabe mit Weintrauben" (Galleria Borghese, Rom), während der direkte Blick des Satyrs auf den Betrachter und sein Gesichtstypus an den "Studienkopf eines bärtigen Mannes" in den Fürstlichen Sammlungen erinnern, der hier möglicherweise Verwendung fand.
Rubens bringt die derbe Sinnlichkeit, mit welcher die antiken Mythen die Satyrn charakterisieren, durch die vom Licht betonte, dralle Plastizität des nackten Oberkörpers zum Ausdruck. Das ausdrucksstarke Gesicht ist mit vielschichtigen Farbtönen kräftig modelliert, wobei die geröteten Wangen wohl auf den intensiven Weingenuss hinweisen. An seiner Seite steht ein Mädchen, vielleicht eine Bacchantin, eine wesensverwandte Begleiterin des Bacchus. Mit ihrer Weinranke scheint sie dem Satyr spielerisch den Zugang zum Betrachter zu verwehren.
Die Buntfarbigkeit des Gemäldes ist eine Folge des Italienaufenthalts von Rubens wie auch die starken Hell-Dunkel-Kontraste, die die Auseinandersetzung mit den Werken Caravaggios reflektieren. Dementsprechend wird das Bild in die Zeit nach seiner Rückkehr aus Italien um 1615 datiert.
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Peter Paul Rubens
Satyr und Mädchen mit Früchtekorb, 1615
Öl auf Leinwand
Höhe 113 cm, Breite 71 cm
Sammlung Schönborn-Buchheim, Inv.-Nr. G006
Provenienz: erstmals 1830 in der Sammlung Schönborn nachweisbar
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